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RAF Terroristen

Die Gründung der Rote Armee Fraktion

Wie alles begann

Das Logo der RAF

Die Gründung der Rote Armee Fraktion (RAF) im Jahr 1970 markierte den Beginn einer Ära des linksextremen Terrorismus in Deutschland. Die RAF wurde von einer Gruppe radikaler Studenten und Aktivisten ins Leben gerufen, die den bewaffneten Kampf gegen das vermeintlich "faschistische" Regime und den Kapitalismus führen wollten. Die Ideologie der RAF war stark von marxistisch-leninistischen und antiimperialistischen Ansätzen geprägt.

Die Ursprünge der RAF liegen in den politischen und sozialen Unruhen der späten 1960er Jahre in Deutschland. Die Studentenbewegung, die gegen den Vietnamkrieg, die autoritäre Struktur der Universitäten und die vermeintliche Unterdrückung der politischen Linken protestierte, war ein Nährboden für die Entstehung der RAF. Eine Schlüsselfigur in dieser Phase war Andreas Baader, der die Idee des bewaffneten Kampfes propagierte und die Gründung einer militanten Organisation vorantrieb.

Am 14. Mai 1970 wurden Baader, Gudrun Ensslin und weitere Sympathisanten der RAF bei einem Brandanschlag auf zwei Kaufhäuser in Frankfurt am Main festgenommen. Dieses Ereignis markierte den ersten Höhepunkt der Gewalt und führte zur Verhaftung der sogenannten "ersten Generation" der RAF. Während ihrer Inhaftierung begann die RAF eine Kampagne der Solidarität und forderte die Freilassung ihrer Mitglieder durch die Durchführung weiterer Anschläge und Geiselnahmen.

Nach der Haftentlassung von Baader und Ensslin im Jahr 1972 setzte die RAF ihre Anschlags- und Gewaltaktionen fort. Sie verübte zahlreiche Banküberfälle, Bombenanschläge und Entführungen, die auf militärische Einrichtungen, Polizisten, Unternehmer und Vertreter des Staates abzielten. Die RAF betrachtete diese Aktionen als Teil eines revolutionären Kampfes gegen das vermeintlich "faschistische" System in Deutschland.

Die RAF rekrutierte neue Mitglieder, darunter Ulrike Meinhof, die zuvor als Journalistin tätig war. Meinhof spielte eine wichtige Rolle bei der Ideologisierung der RAF und der Verbreitung ihrer politischen Botschaften durch ihre journalistische Arbeit und ihre Schriften. Die zweite Generation der RAF, zu der auch Jan-Carl Raspe gehörte, zeichnete sich durch eine erhöhte Brutalität und Entschlossenheit aus.

Die RAF war Gegenstand intensiver Fahndungsmaßnahmen und einer beispiellosen Jagd durch die deutsche Polizei und Geheimdienste. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Mitglieder der RAF gefasst oder bei polizeilichen Aktionen getötet. Die RAF selbst erlitt interne Konflikte und Spaltungen, die zur Schwächung der Organisation beitrugen.

Der endgültige Niedergang der RAF erfolgte in den 1980er Jahren, als viele ihrer führenden Mitglieder verhaftet oder getötet wurden. Im Jahr 1998 erklärte die RAF offiziell ihre Auflösung. Die RAF hinterließ eine Spur von Gewalt, Tod und Verwüstung zurück, die die deutsche Gesellschaft nachhaltig geprägt hat. Die Gründung der RAF und ihre terroristischen Aktivitäten hatten jedoch auch weitreichende Auswirkungen auf politischer, gesellschaftlicher und rechtlicher Ebene:

Politische Auswirkungen:
Die Existenz der RAF führte zu einer Polarisierung der politischen Landschaft in Deutschland. Die terroristischen Aktionen der RAF führten zu einer Stärkung der politischen Rechten und zu einer Verschärfung der Sicherheitsgesetze. Die Regierung sah sich gezwungen, verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus zu ergreifen, was zu einer Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten führte.

Gesellschaftliche Auswirkungen:
Die Aktivitäten der RAF spalteten die deutsche Gesellschaft. Viele Menschen waren entsetzt über die Gewalt und die Ideologie der RAF, während andere Sympathie für die Ziele der Organisation zeigten. Die Morde, Bombenanschläge und Entführungen der RAF hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und lösten Ängste und Unsicherheit aus.

Rechtliche Auswirkungen:
Die RAF zwang die deutsche Regierung, ihre rechtlichen Instrumente zur Bekämpfung des Terrorismus zu verbessern. Neue Gesetze wurden erlassen, um die Strafverfolgung von Terroristen zu erleichtern und die Befugnisse der Sicherheitsbehörden auszuweiten. Die RAF führte auch zu einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus.

Erinnerungskultur:
Die RAF und ihre Taten haben das kollektive Gedächtnis Deutschlands nachhaltig geprägt. Die Opfer der RAF, darunter Politiker, Polizisten und unschuldige Zivilisten, werden regelmäßig geehrt und ihre Erinnerung wird aufrechterhalten. Die Geschichte der RAF dient auch als Mahnung und Erinnerung an die Gefahren des Terrorismus und die Notwendigkeit einer starken Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Insgesamt hat die Gründung der RAF und ihre terroristischen Aktivitäten eine dunkle und tragische Periode in der deutschen Geschichte geschaffen. Die RAF hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die deutsche Gesellschaft und führte zu Veränderungen in der politischen Landschaft, in den Sicherheitsgesetzen und im Bewusstsein für den Terrorismus. Obwohl die RAF heute aufgelöst ist, bleibt ihre Geschichte ein wichtiger Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses und der Erinnerungskultur Deutschlands.


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